Öffentliche Verwaltung

KI für die Verwaltung, ohne Bürgerdaten beim Modell.

Namen, Anschriften und Kontodaten werden auf Servern in Deutschland durch Platzhalter ersetzt, bevor eine Anfrage Claude, ChatGPT oder Gemini erreicht, die Kennungen Ihres Hauses ebenso. Ihre Beschäftigten schreiben Bürgerpost, Vermerke und Vorlagen mit KI, und beim Modell kommt der Vorgang an, nicht die Person.

Das Problem

Jeder Vorgang hat einen Namen, und der gehört nicht in ein privates KI-Konto.

Sachbearbeitung am Schreibtisch mit Akte und Laptop, im Fenster ein Rathaus

Bürgerdaten maskiert vor jedem Prompt

Der Posteingang ist voll, und eine KI könnte die Antworten in Minuten vorformulieren. Nur stehen in jeder Antwort Namen, Anschriften und Aktenzeichen, manchmal auch Gesundheits- oder Sozialdaten. Landen sie in einem frei verfügbaren KI-Dienst, berührt das mehrere Pflichten zugleich:

  • Amtsverschwiegenheit: Beamtinnen und Beamte schweigen über dienstliche Angelegenheiten (§ 37 BeamtStG, § 67 BBG), Tarifbeschäftigte über alles, dessen Geheimhaltung vorgeschrieben oder angeordnet ist (§ 3 Abs. 1 TVöD, § 3 Abs. 2 TV-L).
  • § 203 Abs. 2 StGB: Amtsträger, die ein fremdes Geheimnis unbefugt offenbaren, machen sich strafbar.
  • § 30 AO, § 35 SGB I: Steuer- und Sozialdaten stehen unter eigenen, strengeren Geheimnissen.
  • Art. 28 DSGVO: Wer einen Dienstleister personenbezogene Daten verarbeiten lässt, braucht einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
  • Art. 44 ff. DSGVO: Daten in ein Drittland wie die USA zu übermitteln, ist nur unter besonderen Voraussetzungen zulässig.

Kommunale Leitfäden erlauben solche Daten deshalb nur in Diensten, die die eigene Verwaltung freigegeben hat. Wo es keinen gibt, bleibt die KI ungenutzt, oder sie wird trotzdem benutzt: In einer Civey-Umfrage im Auftrag von Microsoft (2025) gaben 36 Prozent der Befragten aus Politik und Verwaltung auf kommunaler Ebene an, KI-Werkzeuge zu verwenden, die ihre Organisation nicht geprüft hat.

Für eine gute Antwort braucht die KI den Sachverhalt. Wer ihn geschildert hat, muss sie nicht wissen.

Funktionen

Gebaut für Vorgänge mit Bürgerdaten.

Die Maskierung erkennt die Angaben zur Person, die in jeder Akte stehen, und lässt sich um die Kennungen Ihres Hauses erweitern.

Angaben zur Person

Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Ausweis- und Steuernummern, Kontoverbindungen und Gesundheitsangaben erkennt vpchat ohne Einrichtung, auch in angehängten PDFs, sofern sie Text enthalten. Jede erkannte Angabe bekommt einen eigenen Platzhalter, und in der Antwort stehen wieder die echten Werte.

Kennungen Ihres Hauses

Aktenzeichen nach Ihrem Aktenplan, Kassenzeichen oder Vorgangsnummern folgen dem Schema Ihres Hauses, und die allgemeine Erkennung findet sie nicht zuverlässig. Sie legen sie einmal als eigene Datenart an, und ab dann ersetzt vpchat sie in jedem Prompt wie einen Namen.

Das Modell nach Vertraulichkeit wählen

Claude, ChatGPT und Gemini erhalten nur die Fassung mit Platzhaltern. Soll auch diese die EU nicht verlassen, wählen Sie das Open-Weight-Modell, das ein europäischer Anbieter in der EU betreibt. Wechseln können Sie auch mitten im Gespräch; der bisherige Verlauf geht dann, ebenfalls mit Platzhaltern, an das neu gewählte Modell.

Regeln für alle verbindlich

Admins legen fest, ob Beschäftigte die Maskierung abschalten dürfen und welche Datenarten immer ersetzt werden. Zugänge verwaltet Ihre IT zentral, die Anmeldung läuft auf Wunsch per Single Sign-On über Ihren Identitätsanbieter (SAML oder OpenID Connect).

Anwendungsfälle

Was im Verwaltungsalltag mit Namen geschrieben wird.

Gerade die Texte, die am meisten Zeit kosten, enthalten personenbezogene Daten. Mit vpchat kommen Namen und Kennungen nur als Platzhalter beim Modell an, und die KI arbeitet mit dem Vorgang.

Beispiele

Was das Modell von einem Vorgang zu sehen bekommt.

Wählen Sie eine Aufgabe: links der Prompt, wie Sie ihn schreiben, rechts das, was beim Modell ankommt. Gestrichelt sind Kennungen, die Sie als eigene Datenart angelegt haben.

Was Sie tippen

Beantworte die Mail von Thomas Becker (t.becker@example.de) zur Sperrmüllabholung in der Lindenstraße 8, 44137 Dortmund. Termine gibt es nur online, die Bearbeitung dauert zwei Wochen.

Was beim Modell ankommt

Beantworte die Mail von NAME_01 (EMAIL_01) zur Sperrmüllabholung in der ADRESSE_01. Termine gibt es nur online, die Bearbeitung dauert zwei Wochen.

Rechtsrahmen

Was Datenschutz und Personalrat fragen und die KI-Verordnung verlangt.

Vier Punkte, die vor dem Einsatz von KI in einer Behörde auf den Tisch kommen, und was vpchat dazu beiträgt.

KI-Verordnung · Art. 4

KI-Kompetenz der Beschäftigten

Wer KI einsetzt, muss Maßnahmen zur KI-Kompetenz der Beschäftigten ergreifen. Die Maskierung nimmt ihnen einen Teil der Entscheidung ab, an der es im Alltag am häufigsten hakt: welche erkannten Angaben vor dem Prompt herausmüssen. Eine Schulung zum Umgang mit KI ersetzt sie nicht.

DSGVO Art. 22 · § 35a VwVfG

Entschieden wird von Menschen

vpchat entwirft, ordnet und fasst zusammen. Über Anträge entscheiden Ihre Beschäftigten. Einen vollständig automatisierten Bescheid lässt das Verwaltungsverfahrensrecht nur zu, wenn eine Rechtsvorschrift ihn zulässt und weder Ermessen noch Beurteilungsspielraum besteht. Für solche Entscheidungen ist vpchat nicht bestimmt.

Personalvertretung

Admins sehen Zähler, keine Chats

Ob ein Werkzeug Verhalten oder Leistung der Beschäftigten erfasst, prüft der Personalrat. vpchat speichert die Gespräche und die Zähler der Maskierung je Person, damit jede ihre eigene Statistik sieht. Admins sehen in der Organisationssicht Summen und Durchschnitte, keine Chats; in sehr kleinen Gruppen lassen sich Summen trotzdem einer Person zuordnen. Was genau erfasst wird, beschreiben wir für Ihre Vorlage.

Digitale Souveränität

Der Klartext bleibt in Deutschland

Welcher Platzhalter für welchen echten Wert steht, wissen nur unsere Server in Deutschland, betrieben in ISO 27001-zertifizierten Rechenzentren. US-Anbieter erhalten die Fassung mit Platzhaltern. Für Vorgänge, bei denen auch sie in der EU bleiben soll, gibt es das in der EU betriebene Modell.

Geheimhaltung

Geheimhaltung, vertraglich und technisch.

Ihre Beschäftigten bleiben an ihre Verschwiegenheit gebunden. Wir verarbeiten den Klartext in Ihrem Auftrag, und die Modelle erhalten die erkannten Angaben nur als Platzhalter.

Vertraglich

  • Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO

    Der Vertrag, ohne den eine Behörde keinen Dienstleister personenbezogene Daten verarbeiten lassen darf. Sie erhalten ihn auf Anfrage vor dem ersten Einsatz.

  • Geheimhaltungsverpflichtung auf Anfrage

    Weil wir den Klartext verarbeiten, verlangt § 203 Abs. 4 StGB, dass Ihre Behörde uns zur Geheimhaltung verpflichtet. Für diese Verpflichtung oder eine förmliche Verpflichtung nach dem Verpflichtungsgesetz sprechen Sie uns an.

  • Antworten für Ihre Prüfung

    Datenschutz, Informationssicherheit und Personalrat fragen nach Verarbeitungsorten, Unterauftragnehmern und Protokollen. Die Antworten erhalten Sie schriftlich.

Technisch

  • Klartext nur in Deutschland

    Erkennen, Ersetzen und Zurücksetzen sowie der Chatverlauf liegen auf unseren Servern in Deutschland, betrieben in ISO 27001-zertifizierten Rechenzentren.

  • Platzhalter an jedes Modell

    Claude, ChatGPT, Gemini und das Open-Weight-Modell erhalten die Anfrage ohne die erkannten Namen, Anschriften und Kennungen. Admins können die Maskierung für alle verbindlich machen.

  • Keine Klardaten im Protokoll

    Die Maskierung protokolliert keine Klardaten, und das Privacy Dashboard zählt nur Art und Anzahl.

Gespräch vereinbaren →

FAQ

Häufige Fragen aus der Verwaltung.

Dürfen Behörden ChatGPT mit personenbezogenen Daten nutzen?

Frei verfügbare KI-Dienste in aller Regel nicht. Die Guideline von KGSt und VITAKO für Kommunalverwaltungen erlaubt personenbezogene Daten und Amtsgeheimnisse nur in Diensten, die die eigene Organisation freigegeben hat. Dazu braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag, und die Beschäftigten bleiben an ihre Verschwiegenheit gebunden. vpchat ist dafür gebaut, dass Ihre Verwaltung es als solchen Dienst prüfen und freigeben kann: Die Modelle erhalten erkannte Namen, Anschriften und Kennungen nur als Platzhalter, und den Vertrag bekommen Sie auf Anfrage von uns.

Reicht es, Namen durch Platzhalter zu ersetzen?

Nicht immer, darauf weist auch die Datenschutzkonferenz hin: Aus dem Zusammenhang kann sich ein Personenbezug ergeben, selbst wenn Name und Anschrift fehlen. vpchat ersetzt erkannte Namen, Anschriften, Kontodaten und Ihre eigenen Datenarten automatisch. Was als Sachverhalt beim Modell ankommt, bestimmen Ihre Beschäftigten. Verrät schon der Sachverhalt zu viel, wählen Sie das in der EU betriebene Modell oder schreiben diesen Text ohne KI.

Gilt § 203 StGB auch für Amtsträger, und was heißt das für einen KI-Dienst?

Ja. § 203 Abs. 2 StGB stellt das unbefugte Offenbaren fremder Geheimnisse durch Amtsträger unter Strafe. Dienstleister dürfen mitwirken, soweit das erforderlich ist, und die Behörde muss sie zur Geheimhaltung verpflichten (§ 203 Abs. 3 und Abs. 4 S. 2 Nr. 1 StGB). Für uns, die wir den Klartext verarbeiten, ist eine solche Verpflichtung deshalb Voraussetzung. Sprechen Sie uns dazu an, ebenso für eine förmliche Verpflichtung nach dem Verpflichtungsgesetz.

Können Beschäftigte die Maskierung abschalten?

Nur, wenn Ihre Organisation es erlaubt. Admins legen fest, ob Mitglieder die Maskierung im Chat abschalten dürfen und welche Datenarten immer ersetzt werden. Ist die Maskierung verbindlich, lässt sie sich auch über eine veränderte Anfrage nicht abschalten, weil der Server die Regeln durchsetzt.

Ist vpchat ein Hochrisiko-KI-System nach der KI-Verordnung?

vpchat ist ein Assistent zum Entwerfen, Zusammenfassen und Überarbeiten von Texten. Für Entscheidungen über Anträge und Leistungen, über Aufenthalt und Asyl oder für die Auswahl von Personal ist es nicht bestimmt. Wer ein KI-System für einen solchen Hochrisiko-Zweck einsetzt, kann nach Art. 25 der KI-Verordnung selbst zum Anbieter werden. Diese Grenze gehört deshalb in Ihre Dienstanweisung.

Müssen Texte, die mit KI entstanden sind, gekennzeichnet werden?

Texte, die veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren, etwa Pressemitteilungen, sind nach Art. 50 Abs. 4 der KI-Verordnung zu kennzeichnen. Das entfällt, wenn ein Mensch den Text geprüft hat und jemand die redaktionelle Verantwortung trägt. vpchat liefert dafür einen Entwurf; Prüfung und Freigabe halten Sie in Ihrem üblichen Verfahren fest.

Können wir Steuer- und Sozialdaten mit vpchat bearbeiten?

Dafür gelten zusätzliche Regeln, für das Steuergeheimnis § 30 Abs. 9 AO und für Sozialdaten § 80 SGB X. Sozialdaten sind dabei mehr als die Akten des Jobcenters, auch Wohngeld, Elterngeld oder Unterhaltsvorschuss gehören dazu. Ob und wie die Voraussetzungen erfüllt werden, klären wir mit Ihnen vor dem Einsatz. Bis dahin gehören solche Daten nicht in den Chat.

Welche Angaben erkennt vpchat in Verwaltungstexten?

Namen, Anschriften, Geburtsdaten, Telefonnummern und E-Mail-Adressen, Ausweis- und Steuernummern, Kontoverbindungen und Gesundheitsangaben, auch in angehängten PDFs, sofern sie Text enthalten. Aktenzeichen, Kassenzeichen, Vorgangsnummern und andere Kennungen Ihres Hauses legen Sie als eigene Datenart an.

Lässt sich vpchat in unserer eigenen Infrastruktur betreiben?

Auf Anfrage ist ein Betrieb On-Premise möglich, etwa in Ihrem Rechenzentrum oder bei Ihrem IT-Dienstleister. Die Voraussetzungen klären wir gemeinsam.

Die Angaben zu § 203 StGB, § 37 BeamtStG, § 67 BBG, § 30 AO, §§ 35 und 68 SGB I, § 80 SGB X, § 35a VwVfG, zum Verpflichtungsgesetz, zu Art. 22, 28 und 44 ff. DSGVO sowie zu Art. 4, 25 und 50 der KI-Verordnung (VO (EU) 2024/1689, geändert durch VO (EU) 2026/1744) geben die Rechtslage mit Stand Oktober 2026 wieder, Quellen gesetze-im-internet.de und eur-lex.europa.eu; § 3 TVöD und § 3 TV-L nach den Tarifverträgen. Weitere Quellen: KGSt und VITAKO, Guideline generative KI in Kommunalverwaltungen, September 2025; Datenschutzkonferenz, Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz, Mai 2024; Civey im Auftrag von Microsoft, November 2025. Sie ersetzen keine Prüfung im Einzelfall. Die Zahl zu nicht geprüften KI-Werkzeugen stammt aus einer Civey-Umfrage im Auftrag von Microsoft, veröffentlicht am 11.11.2025.

Sehen Sie es an einem Vorgang, wie er bei Ihnen vorkommt.

Im Gespräch zeigen wir Ihnen an einem Beispiel aus dem Verwaltungsalltag, mit erfundenen Daten, was beim Modell ankommt und was bei uns in Deutschland bleibt.